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Gegen Massenlager und gegen Nazihetze!

Logo: Mann, Frau und Kind laufen, im Hintergrund das Dortmunder UIn Dorstfeld ist im Gebäude des ehemaligen „Berufsförderungswerk des Deutschen Baugewerbes“ in der Straße Iggelhorst in Dorstfeld eine Unterkunft für minderjährige unbegleitete Geflüchtete (UMF) eingerichtet worden. Betrieben wird sie von African Tide, aktuell leben dort nach Medienangaben 52 Jugendliche. Security vor Ort sprachen von 80 bis 100 Jugendlichen. Diese leben seit Anfang Oktober in der Einrichtung und bleiben ca. 3-4 Wochen dort, bis sie auf andere Unterkünfte verteilt werden, so die Stadt. Sie befinden sich in der Obhut des städtischen Jugendamtes. Die Unterkunft liegt isoliert in einem trostlosen Gewerbegebiet in Dorstfeld. Dortmunder Neonazis haben in dieser Woche von der Einrichtung erfahren und begonnen, gegen die Unterkunft und ihre Bewohner*innen zu hetzen.

Dorstfeld ist kein einfacher Stadtteil. Eigentlich ist das Quartier migrantisch geprägt, doch seit einigen Jahren haben sich Nazis dort angesiedelt und wurden lange Zeit von Stadt und Zivilgesellschaft weitgehend in Ruhe gelassen. Die Einrichtung der Unterkunft werteten sie als Kriegserklärung der Stadt an sie.

Tatsächlich ist der Grat, auf dem das Jugendamt bei der Unterkunft in Dorstfeld wandert, sehr schmal. “In diesem Stadtteil ist das verantwortungslos und gefährlich”, ist ein Pol, “Dorstfeld auszuklammern wäre eine Kapitulationserklärung” der andere. Wenn das eigene persönliche wie institutionelle Verhalten von Nazis und Rassist*innen beeinflusst wird, unterstellt ihnen das eine Macht, die sie nicht haben und nicht haben dürfen. Fest steht aber, dass Stadt und Jugendamt Dortmund mit Offenheit und Transparenz die Hetze von Nazis und “besorgten Bürger*innen” im Keim hätte ersticken und Fragen von Anwohner*innen offen hätte beantworten können. Diese Chance hat sie verpasst.

Sie hat auch verpasst, etwas an ihrer Unterbringungspraxis zu ändern. Denn die Isolation setzt sich mit der Unterkunft im Industriegebiet weiter fort. Mitten im Nichts entstehen überall Massenunterkünfte, anstatt das Ziel der Unterbringung in Wohnungen, stärker zu forcieren. Die fehlende Nachbarschaft erschwert es, im alltäglichen Leben Kontakte aufzubauen. Ein Industriegebiet ohne öffentliche Nahverkehrsanbindung, ohne Infrarstruktur, Geschäfte, Cafes oder andere Orte an denen Interaktion mit anderen Menschen entstehen kann, darf keine Umgebung für die Unterbringung von Minderjährigen, von keinem Menschen, sein. Unter welchen Umständen die unbegleiteten Minderjährigen dort leben, ist unklar. Welche Möglichkeiten werden ihnen geboten, das unerträgliche Warten und die Ungewissheit zu verabreiten? Es muss umgehend eine Möglichkeit gefunden werden, die Jugendlichen unter angemessenen Umständen unterzubringen – auch in Dorstfeld!

Damit wollen wir nichts kleinreden – Dortmund hat ein gewaltiges Problem mit Neonazis. Dies ist nicht hinnehmbar und es gilt, sich überall dem rassistischen Mob und seiner widerlichen Hetze entgegenzustellen! Doch nicht nur in Dortmund hetzen Nazis, Rassist*innen und „besorgte Bürger*innen“, gegen Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Überall in Deutschland, besonders häufig in Sachsen, sind rassistische Kundgebungen, Proteste gegen Unterkünfte, „Nein zum Heim“-Initiativen und gewalttätige Übergriffe an der Tagesordnung. Die Mobilmachung gegen Geflüchtete ist im vollen Gang, überall kursieren Debatten zu sogenannten „Asylmissbrauch“ und „Masseneinwanderung“. Geflüchtete Menschen werden rhetorisch mit „Lawinen“ und „Flut“ gleichgesetzt. Asylgesetze werden verschärft und Geflüchtete leiden unter Abwertung, Ausgrenzung, Übergriffen. Und sie leiden auch unter den fehlenden oder schlechten Unterbringungsmöglichkeiten.

Soweit, so schlecht. Wir haben die Schnauze voll davon! Schaut nicht weg, haltet die Augen offen und lasst die rassistische Hetze nicht unkommentiert. Mischt euch ein, wenn die Zustände in den Unterkünften menschenunwürdig sind. Gegen isolierte Unterbringung und für ein solidarisches und offenes Miteinander.

Solidarität mit allen Geflüchteten! Für menschenwürdige Zustände! Dorstfeld ist kein Nazi-Kiez!

Solidarität mit ALLEN Geflüchteten! Letzte Infos zur Demo am Samstag

+++ Besonders warm wird es nicht, aber wahrscheinlich trocken. Darum nochmal die Erinnerung: Wir starten am Samstag um 15 Uhr am Nordausgang des Hauptbahnhofs. Kommt zahlreich, aber lasst Parteifahnen bitte zu Hause. Wir freuen uns auf euch! +++

Wir rufen auf, solidarisch mit ALLEN Geflüchteten auf die Straße zu gehen.

Es ist an der Zeit sich gemeinsam rassistischer Hetze und den alltäglich gewordenen rassistischen Äußerungen im Netz, in der Politik, den Medien, im Freundeskreis und der Familie, am Arbeitsplatz und an der Schule entgegenzustellen!

Gegen Stimmungsmache gegen Geflüchtete!
Gegen das Zusammenpferchen von Menschen in Massenunterkünften!

Gegen rassistische Übergriffe, Hetze und Pogrome: in Dortmund, Witten, Freital, Heidenau und überall!

SOLIDARITÄT – JETZT!

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