Antirasstische Demonstration verunmöglicht

Am Sonntag dem 19.06.2016 hatten Geflüchtete und Antirassist_innen aus Bochum zu einer Demonstration unter dem Motto ‘Wohnungen und Bildung statt Isolation’ aufgerufen.
Anlass war eine Kundgebung, die zuvor von einer an PEGIDA angelehnten Gruppe namens DaSKuT“ (Deutschland asylfreie Schulen, Kindergärten und Turnhallen) angemeldet worden war.

An den Protesten gegen DaSKuT beteiligten sich ca 150-180 Antirassist_Innen, die Stimmung während der etwa einstündigen Kundgebung war durchweg zwischen friedlich und gelangweilt.
Die Polizei, die mit einem auffallend großen Aufgebot einschließlich Hunden und Pferdestaffel vor Ort war, nahm gegen Ende der Kundgebung eine Person unter dem Vorwurf der angeblichen Vermummung brutal fest. Umstehende Polizisten schlugen und traten wahllos alle in der Nähe befindlichen Menschen. Continue reading

Für ein besseres Morgen, Freiheit und Solidarität

Unser Redebeitrag zur Demonstration “Keine Zukunft diesen Zuständen – Für ein besseres Morgen” vom 03.06.2016.

Tägliche Angriffe auf geflüchtete Menschen werden in Deutschland inzwischen als Normalität hingenommen. Das spiegelt nicht nur das Ausmaß des Rassismus in der breiten Gesellschaft wider,  sondern trägt darüber hinaus erheblich zur Legitimation der rassistischen Verhältnisse bei.

Diese basieren auf unterschiedlichen Ideologien und Menschenbildern, die Zusammen das gleiche Ergebnis bedeuten. Die Neonazis arbeiten für einen neuen Nationalsozialismus mit der zu Grunde liegenden Idee von Volk und Reinhaltung der überlegenen Rasse. AfD und Pegida träumen von der homogenen Nation und deutscher Leitkultur. Alle parlamentarischen Kräfte halten die nationale Identität hoch, die ihren Machtanspruch sichert. Sie wollen die Welt in konkurrierende Gemeinschaften unterteilen. Auch „Deutsche“ Bürger*innen wollen sich abgrenzen und aufwerten, um sich zu versichern, dass die eigene gute Situation auf einer ganz persönlichen Eigenschaft beruht – ihrer Nationalität. Menschen rücken durch „Schaffen wir das?“ und „WIR können nicht alle aufnehmen“ plötzlich in einem gemeinsam gefühlten „Wir“ zusammen. Das Nationalgefühl hat wieder Konjunktur – auch bei denjenigen, für die Nation bisher keine große Rolle gespielt hat.

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Ein paar Gedanken zu Köln

logo_origami_vogel1000 Männer, so wird gesagt, feierten, tranken, klauten an Silvester 2015/2016 vor dem Kölner Hauptbahnhof. Erst mal kein Thema für uns als Gruppe, die sich doch hauptsächlich mit den Themen Geflüchtete, Rassismus und Grenzen beschäftigt. Doch 1000 Männer und über 600 Vergewaltigungen und andere sexuelle Übergriffe gegen Frauen* ließen diese Nacht zu einem Thema für alle werden. Gewalt gegen Frauen* sorgte für einen medialen Aufschrei und machte weite politische und gesellschaftliche Diskussionen notwendig! Medien begannen zu berichteten, die Polizei bezog Stellung, Politiker*innen diskutierten und vermeintliche Verantwortliche mussten ihren Posten räumen. Immer mehr Frauen* stellten fest, dass ihnen plötzlich geglaubt wird, wenn ihnen sexualisierte Gewalt widerfährt. Immer mehr Anzeigen auch aus anderen Städten gingen bei Polizeibehörden ein. Continue reading